Erklärung
Ein QR-Code verbirgt das Ziel einer Adresse. Erst nach dem Scannen zeigt das Smartphone die Zieladresse an, und häufig wird sie gar nicht genau angesehen. Täter nutzen das aus, indem sie QR-Codes in E-Mails, auf Briefen, Aufklebern oder über legitimen Aushängen platzieren. Auch das Verschicken als Bild kann klassische Filter umgehen, die nach verdächtigen Links suchen.
Der Wechsel auf das private Smartphone verlagert den Vorgang außerdem aus der durch das Unternehmen geschützten Umgebung hinaus.
Typisches Beispiel (schematisch)
Eine E-Mail fordert angeblich im Auftrag der IT-Abteilung zur „Erneuerung der Mehrfaktor-Anmeldung“ auf und enthält einen QR-Code. Die Zielseite ist ein nachgebautes Anmeldeportal.
Bedeutung für Forensik und Ermittlungen
Die Zieladresse des Codes ist ein zentrales Beweisstück. Sie lässt sich aus dem Bild auslesen und mit Protokollen von Firewall oder Proxy abgleichen, falls das Gerät im Firmennetz war. Auch die Frage, ob das private oder das dienstliche Gerät genutzt wurde, beeinflusst, welche Spuren überhaupt zur Verfügung stehen.
Erkennung und Prävention
Unerwartete QR-Codes sollten wie unerwartete Links behandelt werden: Zieladresse prüfen, im Zweifel nicht scannen. Technische Schutzmaßnahmen sind der Einsatz von Zwei-Faktor-Authentifizierung mit phishing-resistenten Verfahren (Passkeys) und eine Verwaltung dienstlicher Geräte.
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